Mittwoch, 20. Januar 2021

 BAC: Amnesie des gefeuerten Finanzchefs Oliver Schulz

Auch wenn das Berliner Emissionshaus Berlin Atlantic Capital (BAC) mit dem Rauswurf ihres Finanzvorstands Oliver Schulz (41) Ende letzten Jahres gerade noch rechtzeitig verhindert habe, dass der Manager neben Firmengeldern auch noch Gelder von Anlegern aus den BAC-Funkmasten-Fonds in seine eigene Firma Sworn umleiten konnte, soll der geschasste Manager weiter an seinem Ziel, einer feindlichen Übernahme der BAC InfraTrust Fonds, festhalten. 

Von seiner bewachten Villa in Zehlendorf aus soll Schulz nicht müde werden, BAC-Anleger und BAC-Vermittler auf seine Seite zu ziehen. Seine Begründung dafür lautet: Die BAC sei ein Schneeballsystem. Aber genau diese Behauptung hatte er bereits im Januar 2011 vor einem Gericht in Atlanta (US-Bundesstaat Georgia) widerrufen. Und nun änderte er schon wieder seine Meinung. 

Im Januar 2011 war in den USA ein Verfahren der BAC Holding gegen Schulz und den Ex-BAC-Manager Daniel H. Ryan eröffnet worden, nachdem Schulz und Ryan versucht hätten, Fondsvermögen in die von ihnen geführten Gesellschaften Sworn Capital GmbH und Sworn Wireless LLC rechtswidrig zu verschieben. Derzeit ruht das Verfahren durch Gerichtsbeschluss, mit der Möglichkeit, es jederzeit wieder aufzunehmen. 

Zunächst hatte Schulz am 3. Januar 2011 im Rahmen einer eidesstattlichen Erklärung  behauptet, die BAC betreibe ein Schneeballsystem. Am 26. Januar 2011 zog Schulz seine Aussagen wieder zurück. Warum? 

Wie der Finanznachrichtendienst GoMopPa.net aus sicherer Quelle erfuhr, liegt Material vor, dass Schulz massiv belastet. Eine Haftstrafe in den USA wäre die Folge gewesen. Wirtschaftsprüfer hätten aufgedeckt, dass Schulz in den Jahren 2009 und 2010 BAC-Firmengelder für seine eigene Funkmastfirma Sworn, für die Schulausbildung seiner drei Kinder in den USA und eine aufwändige Renovierung einer Privatvilla seiner Frau Cathrin in Berlin Zehlendorf in Höhe von rund 1,2 Millionen US-Dollar verwendet haben soll. Schulz zog seine Anschuldigung gegen die BAC zurück. 

Die BAC-Manager drängten auf eine zügige Verfahrensbeendigung, vorausgesetzt, Schulz helfe, das verschobene Kapital zurückzuführen. Dazu gehörte, dass Schulz seine Behauptungen von einem Schneeballsystem widerrief, die sich auf fingierten Zahlen gründeten, wie Wirtschafsprüfer festgestellt hätten. 

Schulz schwor: Ich nehme alles zurück 

"Those statements ? are hereby retracted and withdraw" (Diese Erklärungen werden hiermit eingestampft und zurückgenommen), ließ Schulz das Bezirksgericht von Nord-Georgia in Atlanta wissen (siehe Ausriss). 

Auch sein Kompagnon Dan Ryan widerrief sämtliche seiner Anschuldigungen ohne jede Einschränkung. Beide schlossen ihre dem US-Bundesgericht unter Eid abgegebenen Widerrufserklärungen mit einer deutlichen Entschuldigung ab: "I now regret the aforementioned statements in full" (Ich bedauere die oben genannten Aussagen in vollem Umfang). 

Bei Oliver Schulz hielt dieses Versprechen nicht lange an. Schulz änderte in dem immer noch laufenden öffentlichen Verfahren (Aktenzeichen 1:10.cv.04069-WSD) um die Sicherung des Vermögens der BAC, mit dem sich Schulz und dessen Geschäftspartner Ryan vermutlich aus dem Staube machen wollten, mit erstaunlicher Regelmäßigkeit seine gerichtsgültigen Aussagen. 

Dabei verwies Schulz fortwährend auf einen angeblich veränderten Informationsstand, ohne diesen jedoch glaubhaft zu konkretisieren. 

Schulz: Mein Schwur gilt nicht mehr 

Am Ende dieser Reihe widersprüchlicher Äußerungen steht nun seine jüngste Aussage in einer Presseerklärung vom 3. August 2011. Darin teilt Schulz mit, dass seine am 26. Januar 2011 gegenüber dem US-Gericht abgegebene Widerrufserklärung ("Retraction Notice Schulz") heute so nicht mehr gültig sei. 

Seit August 2011 soll nun Schulz gegenüber BAC-Vertrieben und BAC-Anlegern wieder die alte Version von einem mutmaßlichen Schneeballsystem bei der BAC verbreiten, die, wie längst festgestellt wurde, auf fingierten Zahlen beruhte. 

Schulz sieht sich als Opfer 

Schulz sehe sich aber heute nicht als Täter, sondern als Opfer, der doch nur habe helfen wollen. Das gelte immer noch. Er könne Vermittlern und deren Kunden einen lukrativen Wechsels von der BAC zu seiner Firma Sworn anbieten. Gemeinsam mit dem luxemburgischen Prozessfinanzierer Intract GmbH mit Niederlassung in Wiesbaden habe er BAC-Vermittlern eine Provision von 15 Prozent versprochen - für jeden Kunden, den sie von der BAC zur Sworn herüberbringen. Natürlich nur, um die Anleger vor möglichen Verlusten bei der BAC zu bewahren. 

Vorübergehende Amnesie 

Der Prozesskostenfinanzierer Intract hatte begonnen, potentielle, vermeintlich Geschädigte der BAC genau mit der Argumentation zu ködern, die Schulz bereits zu Beginn des Jahres widerrief. In einem GoMopa.net vorliegenden Schreiben erklärt Schulz seine bedingungslose Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit Intract. 

Vermutlich war es deshalb nötig, dass er anfang August in einer Presseerklärung vom Widerruf seiner Beschuldigung der BAC nichts mehr wissen wollte. Denn nur so konnte ja die Intract die alten Vorwürfe von Schulz gegen die BAC für die aktuelle Abwerbeaktion verwenden. 

Wie reagierte die BAC? 

Die BAC reagierte darauf, indem sie gegen die Intract und auch Vermittler, die sich auf die Seite von Schulz ziehen ließen, einstweilige Verfügungen erwirkte. Sie dürfen keine falschen Behauptungen und Dokumente mehr verbreiten. 

Das Landgericht Wiesbaden beispielsweise interessierte die leichten Amnesie-Störungen von Schulz nicht und erteilte die beantragte einstweilige Verfügung (Aktenzeichen: 3 0 150/11) gegen die Intract. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Intract versucht habe, Anleger mit Argumenten zu ködern, deren Relevanz Schulz zuvor bereits in Frage gestellt hatte. 

Dennoch blieb das Dauerfeuer gegen die BAC nicht ohne Wirkung: 

Auf einer außerordentliche Gesellschafterversammlung der Funkmastfonds ITP 1 und ITP 4 am 12. August 2011 versuchte Schulz einmal mehr, sein Muster der feindlichen Übernahmen. Die anwesenden Gesellschafter stimmten dafür, dass die Sworn GmH von Oliver Schulz als die neue Geschäftsführerin und Komplementärin eingesetzt werden soll. Die bisherige Komplementärin, BAC Asset Management GmbH, sollte abberufen werden. Allerdings war der Beschluss am Ende nichtig und unwirksam, weil die BAC-Vertreter mit den Vollmachten der nicht anwesenden Gesellschafter die Schulz-Befürworter überstimmten. 

Ein BAC-Vertreter sagte gegenüber GoMoPa.net: "Dieser Handstreich ist ein weiterer Versuch des ehemaligen Geschäftsführers des US-Geschäfts der Berlin Atlantic Group, Oliver Schulz, sich Fonds des Infratrust-Segments und damit das Vermögen der Anleger einzuverleiben." 

Die offenen Fragen sollen nun auf der ordentlichen Gesellschafterversammlung der Infrastrukturfonds der BAC am morgigen Montag (29. August 2011) in Berlin geklärt werden.
BAC: Darum musste Finanzvorstand Oliver Schulz gehen 

Privatdetektive bewachen die Villa des Managers Oliver Schulz (41) in der Beuckestraße 4 in Berlin Zehlendorf (Foto © google streetview). Von hier leitet Schulz seine beiden Firmen, die deutsche Sworn Capital GmbH und die amerikanische Sworn Wireless LLC in Atlanta (USA). Aber wovor fürchtet sich ein Mann, der doch nur Geld von Anlegern für Mobilfunkmasten in Nordamerika einsammelt? 

Schulz selbst wollte sich dazu nicht äußern. Doch der Finanznachrichtendienst GoMoPa.net fand eine mögliche Antwort in seinem plötzlichen und unrühmlichen Abgang Ende vorigen Jahres bei seinem ehemaligen Arbeitgeber, dem deutsch-amerikanischen Emissionshaus Berlin Atlantic Capital mit Sitzen in Berlin Tiergarten und ebenfalls in Atlanta (USA). 

Die Erklärung zur Entlassung ihres Managers Schulz fiel, gemessen an einer zweijährigen Zusammenarbeit an der Spitze des Unternehmens, mehr als knapp aus. Am 8. Dezember 2010 veröffentlichte die BAC: "Oliver Schulz, Mit-Geschäftsführer der BAC Berlin Atlantic Capital GmbH und Managing Partner der Berlin Atlantic Holding, ist mit sofortiger Wirkung nicht mehr für die Berlin Atlantic Gruppe tätig." 

Das verwunderte sehr. Schließlich war Schulz noch im August 2008 mit fliegenden Fahnen aus dem Vorstandsvorsitz eines IDEAL-Unternehmens (Ahorn AG mit 1.200 Mitarbeitern) an die Spitze der BAC geholt worden. Für den Diplomvolkswirt wurde eigens die Position des Chief Financial Officer bei der BAC geschaffen. Schulz leitete daraufhin alle administrativen und kaufmännischen Bereiche des Unternehmens. 

Zum Geschäft der 2004 gegründeten BAC gehört neben dem Handel mit gebrauchten US-Lebensversicherungen (Life Trust Fonds) auch das Entwickeln und Betreiben von Mobilfunkmasten in den USA. Dafür hat die BAC mehrere InfraTrust Fonds aufgelegt. Schulz genoss das Vertrauen der BAC-Gruppe und sollte sich insbesondere eigenverantwortlich um das Mobilfunkmastgeschäft kümmern. Im Jahre 2009 siedelte Schulz dafür sogar mit seiner Familie in die USA um. 

Schulz wollte scheinbar mehr 

Doch Schulz wollte scheinbar mehr. Er baute während seiner Amtszeit nebenher ein eigenes Mobilfunkmastgeschäft auf. Schließlich habe Schulz sogar die feindliche Übernahme der BAC-InfraTrust-Fonds durch seine neue Firma Sworn vorbereitet. Dafür soll er während seiner Amtszeit BAC-Gelder im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich in die Parallelfirma umgeleitet haben. 

Außerdem soll Schulz mit Geldern der BAC die Schulausbildung seiner drei Kinder in den USA sowie ein Darlehen und die Sanierung seiner privaten Villa in Berlin-Zehlendorf bezahlt haben, die auf den Namen seiner Frau lief. Insgesamt habe Schulz so über 1,2 Millionen US-Dollar den BAC-Kassen entnommen. Alleine die Entnahmen für seine Villensanierung habe sich auf über 700.000 US-Dollar summiert, ohne dass er die BAC-Gesellschafter davon informierte, die Handwerker haben die Rechnung schließlich direkt an die BAC-Firma in den USA gestellt, die unter seiner Kontrolle stand. 

Gegen Schulz laufen deshalb im Augenblick mehrere Schadensersatz-Klagen, wie die BAC kürzlich mitteilte. 

Die BAC veröffentlichte dazu am 5. August 2011 folgendes Statement: "Die BAC Gruppe sowie die InfraTrust Fonds klagen derzeit gegen ihren fristlos entlassenen ehemaligen Geschäftsführer Oliver Schulz auf Schadensersatz wegen eines rechtswidrigen Übernahmeversuchs von Fondsgesellschaften und ? vermögen.  Dabei wurden zuvor geführte Verfahren alle zugunsten der BAC Gruppe sowie der Fondsgesellschaften entschieden und der feindliche Übernahmeversuch so verhindert." 

Auf dem Blog von Oliver Schulz (Foto © Schulz) liest sich dessen Engagement in Sachen Sworn heute rückblickend für das Jahr 2009, also während seiner Zeit als BAC-Manager, so: "2009 ging ich als Präsident und Vorstandsmitglied zu einem mittelständischen privaten US-Mobilfunkmastbetreiber und entwickelte das Unternehmen zu einem der 20 größten privaten Mastbetreiber der USA." 

Kein Wort von den Fakten, die Wirtschaftsprüfer herausfanden, nachdem Schulz die BAC verlassen hatte. 

Scheinverhandlungen verschleierten wahre Absichten von Schulz 

Demnach schmiedete Oliver Schulz über Monate einen Plan, um das Mobilfunkgeschäft der BAC hinter dem Rücken seiner Geschäftspartner aus der BAC Holding herauszulösen. Im Sommer 2010 ließ er die Mitgesellschafter wissen, dass er das US-Mobilfunkgeschäft künftig in alleiniger Regie führen wolle. Wochenlang wurde verhandelt, wie eine Übertragung der Gesellschaft an Schulz im Rahmen eines Management Buy-Outs (MBO) von statten gehen könne. Währenddessen soll sich Schulz das US-Geschäft hinter dem Rücken seiner Geschäftspartner bereits überschrieben haben. 

Als die Scheinverhandlungen schließlich, wie von ihm geplant, scheiterten, sei der Plan ohne die notwendige Zustimmung der Gesellschafter längst ausgeführt worden. Das obligatorische Einverständnis des Anlegervertreters habe sich Schulz unter Vorspiegelung falscher Tatsachen erschlichen. 

Vermögen sei der BAC Holding gezielt entzogen worden 

Erst im Nachhinein wurde erkennbar, mit welcher Perfektion der mit allen Vollmachten ausgestattete Finanzchef seinen Coup über viele Monate hinweg systematisch vorbereitet und im Stillen umgesetzt haben soll. Teil des Plots sei es gewesen, Finanzströme planmäßig von der Holding in die Mobilfunktochter umzuleiten. Dabei seien die übrigen Gesellschafter regelmäßig mit falschen Zahlen und Fakten in die Irre geführt worden, längst fällige Rechnungen der Holding seien nicht beglichen worden, sogar Barvermögen der BAC sei in die neue Gesellschaft Sworn unter Kontrolle von Schulz verschoben worden. Forderungen gegen Dritte seien im Mobilfunkbereich der Sworn gelandet, Verbindlichkeiten dagegen seien bei der BAC Holding geblieben. Schulz rechtfertigte sich später damit, dass er nur den Vollzug des Management Buyout vorbereiten wollte. Der Schaden ist schwer zu beziffern. 

Wegen dieser Parallelwelt, in die Schulz BAC-Gelder umgeleitet habe, mussten im Jahre 2010 zwei Infrastrukturfonds von BAC vorzeitig geschlossen werden. Weitere BAC-Fonds konnten über einen längeren Zeitraum keine Reinvestition vornehmen. 

Schulz soll die BAC schließlich erpresst haben 

Wie GoMoPa.net aus zuverlässiger Quelle erfuhr, soll Schulz das Berliner Management Anfang Dezember 2010 mit einem Erpressungsversuch überrascht haben. Er lautete: Entweder ihr verkauft mir die InfraTrust Fonds oder ich treibe die BAC in den Bankrott. 

Das Berliner Management konterte, dass das ja wohl nicht ginge, da die BAC gar nicht bankrott sein kann, ein Blick in die Konten genüge. Aber Schulz hatte diesen Tag der Übernahme wohl gründlich vorbereitet. Schulz drohte mit einem fingierten Insolvenzantrag, der auf frei erfundenen Zahlen und Begründungen zur Liquiditätssituation der BAC Gruppe basierte, wie ein unabhängiger Wirtschaftsprüfer auch bestätigte. 

Zwei BAC-Manager unterstützten Schulz beim Aufbau eines Sworn-Scheinportfolios 

Unterstützt wurde Schulz von zwei weiteren inzwischen entlassenen BAC-Managern: Marketingmann Wilm-Peter Post und Dan Ryan. Ryan war CEO der BAC Tochterfirma CIG und gründete mit Schulz die Sworn Gruppe und soll dann das Geschäft der BAC und der Fonds gestohlen haben. Dabei hätten die abtrünnigen Manager Geschäftskontakte, Adressen und Opportunitäten aus dem Pool der BAC und den InfraTrust Fonds genutzt. 

Sworn scheinbar nur Fassade 

Über das neu gegründete Konkurrenzunternehmen Sworn, das nur über ein Scheinportfolio verfüge, hätten die drei versucht, deutsche Anleger zu täuschen. 

Ein Blick hinter die Kulissen der Sworn Gruppe zeigt: Ein echtes Geschäft im Mobilfunkbereich existiert nicht, nur eine Website. Die Firmensitze in Berlin und Atlanta sind deckungsgleich mit den Privatadressen von Schulz und Ryan. Die Mobilfunktürme im Sworn-Portfolio sind nur geliehen und gehören einem ehemaligen Zulieferer der BAC. Dieses Leihportfolio ist noch dazu mit BAC-Geldern gesichert worden. Mit gezielten Falschaussagen hätten die drei weiter versucht, Vertriebs- und Geschäftspartner der BAC für die eigene Sache zu gewinnen. 

Doch das war von außen nur schwer zu durchschauen. In mehreren zugänglichen Schreiben und Telefonaten gegenüber Vertriebspartnern warf Schulz der BAC ein Schneeballsystem vor. 

Und wem sollten die Vertriebspartner mehr glauben als einem Finanzvorstand, der Zugang zu allen Konten hatte? 

Die BAC ließ sich nicht erpressen 

Doch das Team um den Vorstandsvorsitzenden Franz-Philippe Przybyl ließ sich nicht erpressen. Der fingierten Insolvenz kamen die Gesellschafter zuvor, indem sie Schulz seines Amtes enthoben. 

Die Kontrolle über die US-Mobilfunkgesellschaften, die er sich rechtswidrig selbst überschrieben hatte, wurde noch im Dezember 2010 per Einstweiliger Verfügung vom Landgericht Berlin an die BAC zurückübertragen. Außerdem geriet Schulz vor Gericht in den USA unter Druck: Seine Lügen und Widersprüche ließen sich nicht mehr halten, ein Meineidsverfahren drohte. 

Die Angst vor einer Gefängnisstrafe im neuen Jahr brachte den Familienvater Schulz wohl zunächst einmal zur Vernunft. Schulz gab vor einem US-Gericht eine Eidesstattliche Versicherung ab, dass alle von ihm erhobenen Vorwürfe gegen die BAC frei erfunden waren. Bis sich die US-Gerichte einen Überblick über die Vorgänge verschafft hatten, blieb das US-Vermögen über Wochen eingefroren, das rechtmäßige US-Management war handlungsunfähig. 

Schließlich stimmte Schulz im Februar 2011 einer Vereinbarung zu, die eine Rückübertragung des gesamten Vermögens vorsah. Der Schaden für die BAC ist dennoch enorm: Nachdem Schulz teilweise auch Dritte für seinen Plan instrumentalisierte, um BAC öffentlich unter Druck zu setzen, ist die Reputation des Emissionshauses enorm beschädigt, das Emissionsgeschäft musste eingestellt und dutzende Mitarbeiter entlassen werden. 

Anonyme Strafanzeige gegen BAC sollte wohl Schadensersatzklagen verhindern 

Während es nun die BAC-Manager im Folgenden bei Zivilklagen gegen Schulz beließen und lediglich Schadenersatz in sechsstelliger Höhe fordern, wurden die verbliebenen BAC-Manager von einer anonymen Strafanzeige bei der Berliner Staatsanwaltschaft überrascht. Darin wird fünf Managern und dem Treuhänder Stefan Bock Untreue vorgeworfen. 

Der Rechtsanwalt Michael Minderjahn von der Kanzlei Nittel aus Heidelberg, dem die Anzeige am 21. Juni 2011 zugespielt wurde, veröffentlichte sogar eine Warnung. Die BAC hätte per 14. Juni 2011 die Büroräume in der Gormannstraße 22 in Berlin Mitte verlassen und wolle sich "in Luft auflösen", damit sie den Anlegern und Vertrieben und auch der Staatsanwaltschaft entkommen könne. Minderjahn empfahl den BAC-Anlegern sogar, sich der Strafanzeige anzuschließen, um eine Flucht des BAC-Managements zu verhindern. 

Die Strafanzeige entpuppte sich schnell als Luftnummer, denn die BAC hatte lediglich ihr Büro von Berlin Mitte an den Potsdamer Platz 11 in Berlin Tiergarten verlegt. Ein lange geplanter Umzug, weil der alte Mietvertrag auslief, wie Przybyl gegenüber GoMoPa.net erklärte. Die Berliner Staatsanwaltschaft stellte die Strafanzeige wegen mangelnden Anfangsverdachts ein. 

Die BAC leitete intern eine umfassende Untersuchung ein, wie es überhaupt zu so einer Anzeige kommen konnte. Demnach hat der ehemalige Geschäftsführer Oliver Schulz ganz offensichtlich die Anzeige gemeinsam mit diversen Anlegerschutzanwälten erstellt. Dies jedenfalls lässt sich durch die Wertung der laufenden Untersuchungen von Umständen und den Inhalten der Strafanzeige schließen. 

Offenbar will er so der eigenen Klage auf Schadensersatz in sechsstelliger Höhe entgehen, die mehrere Fondsgesellschaften der BAC Gruppe gegen ihn erhoben haben. Bezeichnend ist auch, dass mehrere Anlegerkanzleien die Strafanzeige veröffentlichten, bevor sich die Staatsanwaltschaft damit befassen konnte. Die wahre Absicht des ehemaligen Geschäftsführers scheint indes zu sein, mit dem zuvor von seinem ehemaligen Arbeitgeber erschlichenen Vermögen eine Konkurrenzfirma aufzubauen. 

Die Leitlinie der Firma Sworn lautet übrigens: "Stehe zu deinem Wort. Integrität ist entscheidend. Wir setzen realistische Erwartungen und leben eine ehrliche Geschäfts- und Kommunikationspolitik." 

Berlin Atlantic Capital AG: Fondspirat Oliver Schulz endgültig als Lügner abgeurteilt 


(ss) Wie viele Beweise braucht Renate Daum (einst Gruner+Jahr-Journalistin, jetzt Verbraucherberaterin bei der Stiftung Warentest in Berlin) noch, ehe sie einsieht, dass sie einem Lügner auf den Leim gegangen ist? 

Am 1. April 2015 jammerte Daum im NDR-Magazin ZAPP wieder einmal, dass der Finanznachrichtendienst GoMoPa.net versucht habe, ihre Arbeit schlecht zu machen. 

In der Sendung bezog man sich auf einen sogenannten Rechercheverbund aus NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung und behauptete: "Der Finanznachrichtendienst GoMoPa.net steht im Verdacht, deutsche Investmentfirmen massiv unter Druck gesetzt zu haben. Das geht aus Unterlagen hervor, die NDR und 'SZ' einsehen konnten." 

Zu dem Rechercheverbund meinte vorgestern Michael Mross, der Chefredakteur und Herausgeber des Berliner Nachrichtenportals MMnews: 

Zitat:


Wenn der sogenannte "Rechercheverbund" WDR, NDR und Süddeutsche Zeitung zuschlägt, kann man getrost das Gegenteil annehmen.


Die Crux an der Story gegen GoMoPa.net war dann tatsächlich auch, dass alle in den Unterlagen einsehbaren und von NDR und der Süddeutschen Zeitung befragten Unternehmen mit der Arbeit von GoMoPa.net sehr zu zufrieden waren und sind. 

Und auch Renate Daum hatte schon mal vor drei Jahren in Unterlagen von GoMoPa.net Einblick genommen und verdächtigte GoMoPa.net der Wahrheitswidrigkeit gegen Bezahlung. 

Das Gegenteil war der Fall, wie nun höchstrichterlich entschieden und bewiesen wurde. 

Es betraf das einstige deutsch-amerikanische Fondshaus Berlin Atlantic Capital AG vom Potsdamer Platz 11 in Berlin Mitte. 

Das stand unter Beschuss des einstigen Finanzvorstands Oliver Schulz (44), der sich als Fondspirat entpuppte und mit allen Mitteln versuchte, die BAC-Anleger abspenstig zu machen und in seine eigens gegründete Konkurrenzfirma herüberzuholen. 

Obwohl Renate Daum praktisch live bei den GoMoPa.net-Recherchen zu BAC und Oliver Schulz dabei war (jede neue Meldung landete sofort in ihrem E-Mailfach), zog sie es vor, die Wahrheit zu ignorieren und sich auf Kosten eines Emissionshauses mit falschen Anschuldigungen des rausgeworfenen Managers Schulz zu profilieren. 

Oliver Schulz hat sich inzwischen nach Burma abgesetzt, wie die BAC Advisory GmbH aus Berlin Mitte auf ihrer Homepage veröffentlichte. 

Renate Daum hatte offenbar ungeprüft den Inhalt einer anonymen Untreue-Anzeige vom 21. Juni 2011 für bare Münze genommen, wonach die verbliebenen BAC-Vorstände und der Treuhänder untreu gewesen seien und versuchen würden, "sich in Luft aufzulösen". 

Die Anzeige stammte von Oliver Schulz, wie Gutachter nachweisen konnten. Sie löste eine Razzia der Staatsanwaltschaft Berlin aus, die das Verfahren aber wieder einstellte. Der Mietvertrag war ausgelaufen, und BAC ist einfach nur von der Grolmannstraße an den Potsdamer Platz umgezogen. 

Weil GoMoPa.net die BAC AG ohne Beweise natürlich nicht niederschrieb, inszenierte Renate Daum nicht nur gegen die BAC, sondern auch gleich noch gegen GoMoPa.net eine Schmutzkampagne. 

Am 18. Oktober 2010 nannte Daum das Portal GoMoPa.net abwertend einen "umstrittenen Finanznachrichtendienst", der "mehrfach mit peinlichen Fehlern" auffiel. 

Und das Ganze natürlich nur, weil auch die BAC AG ein Klient GoMoPa's war. 

Doch ihr Zeuge Oliver Schulz platzte bei der Berliner Staatsanwaltschaft. 

Die Ermittlungsbehörde stellte im März 2014 ein durch eine Strafanzeige von Oliver Schulz in Gang gesetztes Ermittlungsverfahren gegen die BAC-Gründer Stefan Beiten, Franz-Philippe Przybyl und Nikolaus Weil mangels jeglichen Anfangsverdachtes ein (241 JS 14/12). 

Die Staatsanwaltschaft hatte im Rahmen ihrer Ermittlungen festgestellt, dass den BAC-Gründern entgegen der konstruierten Behauptungen von Oliver Schulz keinerlei Vorwürfe zu machen sind. Demzufolge wurden die Ermittlungen nach § 170 II der Strafprozessordnung eingestellt. 

Oliver Schulz gab noch nicht auf. Am 18. März 2014 veröffentlichte Schulz auf seinem Internetblog folgende Stellungnahme dazu: 

Zitat:


Die Staatsanwaltschaft könne das Ermittlungsverfahren im Übrigen jederzeit wieder aufnehmen, sollte sich doch noch mit ausreichender Sicherheit widerlegen lassen, dass die Preise marktkonform waren (mit denen Fonds-zu-Fonds-Transaktionen durchgeführt wurden - Anmerkung der Redaktion) oder das (lediglich BAC-eigene - Anmerkung der Redaktion) Bewertungsmodul eingesetzt wurde.


Doch die Richter haben einen endgültigen Schlussstrich gezogen und Oliver Schulz als Lügner abgeurteilt. Revisionen sind nicht mehr zugelassen. 

Die BAC Advisory GmbH teilte dazu am 10. April 2015 mit: 

Zitat:


Mehrere Senate des Kammergerichtes Berlin bestätigen als endgültige Instanz die vielfachen Gutachter und erstinstanzlichen Urteile: 

Keine Prospektfehler, keine Prospekthaftung. 

Die Vorwürfe gegen das Emissionshaus BAC Berlin Atlantic Capital und ihre Gründer entbehren jeder Grundlage.


Beispielhaft gibt es zu den Urteilen folgende Aktenzeichen: 

Landgericht Berlin 3 O 318/1; Landgericht Berlin 2 0 87/13; Landgericht Berlin 2 O 235/13; Landgericht Berlin 37 O 241/14; 31 O 327/13 

Kammergericht Berlin 10 U 59/14; Kammergericht Berlin 20 U 282/13; Kammergericht Berlin 23 U 282/13 und 23 U 281/13; Kammergericht Berlin 20 U 93/14 und die Verurteilung von Schulz zu Schadensersatz vom Kammergericht Berlin 14 U 69/13. 

Die Geschäftsführer der BAC Advisory GmbH, Stefan Beiten und Nikolaus Weil, kommentieren die Urteile unter anderem so: 

Zitat:


Der Fall BAC ist ein Paradebeispiel dafür, wie einfach es heutzutage ist, durch fingierte, öffentliche Behauptungen und geringem Aufwand mithilfe des Internets die Presse und sogar Justizbehörden und Gerichte zu anfangs voreiligen Reaktionen zu verleiten. Presseartikel und staatliche Aktionen als Reaktion darauf zementieren dann die Ausgangsbehauptung, ein "Beweis" ist nicht mehr nötig. 

Der Gegenbeweis aber ist meistens gar nicht und wenn, wie im Fall BAC, nur Jahre später möglich. Der angerichtete Schaden ist dann jedoch nicht mehr wieder gutzumachen. Das Ziel der Kampagne ist damit erreicht. 

Im Ergebnis wurden durch die begleitende Verleumdungs- und Internetkampagne sowie gezielt manipulierenden Presseartikeln mit nun für jeden offensichtlich unhaltbaren Unterstellungen und Vorwürfen tausende von Anleger geschädigt. Die Inhaber der BAC Gruppe als größte Privatinvestoren mussten selber Millionenbeträge abschreiben. 

Viele Fonds konnten damit durch das Emissionshaus nicht mehr erfolgreich zu Ende geführt oder restrukturiert werden, da das Management derart in Verteidigungstätigkeiten eingebunden war, dass wirtschaftliche sinnvolle Aktivitäten im Sinne der Anleger nur noch sehr eingeschränkt möglich waren. 

Nutznießer sind am Ende die diversen Anleger"schutz"anwälte, die ihre Honorare auf gesetzlicher Basis abrechnen, und damit unabhängig von den desaströsen Resultaten ihrer Arbeit. 

Inwieweit hierbei Anleger gezielt falsch beraten und über die bereits abweisenden Urteile nicht informiert wurden, wird derzeit unter dem Verdacht des gewerbsmäßigen Betruges untersucht.


Hinsichtlich Renate Daum und GoMoPa.net stellte Stefan Beiten klar: 

Zitat:


 Es gibt also mehrere Kammergerichtsurteile, die die damalige Gomopa-Unterstützung der BAC bestätigen: 

1. Die BAC Prospekte sind als fehlerfrei festgestellt worden, und damit haben sich alle alten Vorwürfe von Renate Daum als falsch erwiesen. 

2. Der Verursacher der Kampagne gegen BAC (und die Quelle von Renate Daum) Oliver Schulz ist ebenfalls vom Kammergericht verurteilt und jetzt nach Burma untergetaucht.


Bei dieser Beweislast wäre endlich eine öffentliche Entschuldigung von Renate Daum fällig. Nun denn... 

 

Dienstag, 22. Dezember 2020

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Dienstag, 13. Oktober 2020

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